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Bedeutung der Taufe
Jeder Mensch kann sich taufen lassen.
Sie ist das sichtbare Zeichen dafür, dass Gott diesen
Menschen angenommen hat. Mit der Heiligen Taufe wird er
Christ. Gleichzeitig bedeutet es die Aufnahme in die
christliche Kirche und in die Gemeinde vor Ort.
Es lassen sich insofern drei
Hauptaspekte dieses Sakramentes unterscheiden:
1) Die Taufe ist die offizielle
Aufnahme in die Gemeinschaft der (Christus-)Gläubigen.
Diese Gemeinschaft ist weltumspannend und
grenzüberschreitend. Zugleich realisiert sie sich in der
Gemeinde, die sich vor Ort trifft.
2) Die Taufe gründet wie die
Kirche selbst in der Zusage Gottes, mitten in
dieser Welt gegenwärtig zu sein und Menschen Heil zu
schaffen.
Sie geschieht im Namen Gottes und somit ist Gott selbst
der eigentlich Handelnde, der Menschen annimmt und
miteinander verbindet.
Bei jeder Taufe hören wir auf das Tauf-Evangelium aus
dem Munde Jesu:
„Gott hat mir unbeschränkte Vollmacht im Himmel und auf
der Erde gegeben. Darum geht nun zu allen Völkern der
Welt und macht die Menschen zu meinen Jüngern und
Jüngerinnen!
Tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des
Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was
ich euch aufgetragen habe.
Und das sollt ihr wissen: Ich bin immer bei euch, jeden
Tag, bis zum Ende der Welt.“
(Matthäus 28,18ff)
3) Der Zusage Gottes entspricht als
Antwort eine Entscheidung des Menschen, aus dem
Vertrauen zu Gott heraus zu leben und im Gehorsam
gegenüber Gottes Ruf verantwortlich zu handeln.
Menschen, die den letztgenannten Aspekt
betonen, sehen die Taufe eines Kindes
verständlicherweise kritisch. Ein Kleinkind kann sich
noch nicht selbst für ein Leben im Glauben entscheiden.
Darum lassen manche Eltern ihre Kinder bewusst nicht
taufen, um ihnen diese Entscheidung selbst zu
überlassen.
Betont man hingegen, den Aspekt, dass
Gott allein aus seiner unendlichen Liebe und Gnade uns
all das schenkt, was wir zum Leben brauchen, dann bringt
dies die Kindstaufe symbolisch besonders gut zum
Ausdruck. Den Glauben kann eben kein Mensch erwirken
oder in sich selbst erzeugen, sondern am Anfang steht
immer Gottes Wirken. Außerdem lebt der Mensch niemals
für sich alleine, sondern immer schon in Gemeinschaft
und wird von ihr getragen.
Bei der Kindstaufe bekennen sich Eltern, Patinnen und
Paten stellvertretend für das Kind zu ihrem Glauben an
Gott und versprechen, für eine christliche Erziehung zu
sorgen.
Diese Taufe im frühen Lebensalter engt nicht ein,
sondern macht im Gegenteil frei für den Glauben.
Das Kind wird mit größerer Selbstverständlichkeit den
Kindergottesdienst besuchen oder am Religionsunterricht
teilnehmen. Dadurch lernt es schon früh die Bibel und
christliche Wertvorstellungen kennen. Später ist es so
vielleicht viel eher in der Lage, sich für oder gegen
den Glauben zu entscheiden, als wenn es ihn überhaupt
nicht kennen lernt (auch das ist nämlich eine
vor-Entscheidung!).
So oder so ist die Taufe nicht als
abgeschlossene Handlung zu sehen, sondern als Beginn
eines christlichen Lebensweges. Dieser Lebensweg
realisiert sich durch die vielen Täglichen
Entscheidungen für den Glauben – also gelebtes
Gottvertrauen und gelebte Liebe –, durch die
Verbundenheit mit der christlichen Gemeinschaft, und
durch die Erfahrung der Nähe und des Segens Gottes.
Jugendliche lassen sich häufig im
Zusammenhang mit der Konfirmation taufen. Nichtgetaufte
Jugendliche können sich ebenso wie getaufte am Ende der
7. Klasse zum neuen Konfirmanden-Unterricht anmelden. In
der Regel findet dann die Taufe gegen Ende der
Konfirmandenzeit, spätestens am Tag der Konfirmation
statt.
Die Taufe ist einmalig. Die Taufe in der
evangelischen Kirche wird von allen Kirchen anerkannt,
die sich der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen
(ACK) angeschlossen haben. Sie bleibt ein Leben lang
gültig – selbst wenn jemand aus der Kirche austritt und
wieder eintritt.
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